Erdung

Guten Morgen liebe Freude der Alltags-Schönheiten,

gestern durfte ich die erdende Wirkung eines Waldspazierganges neu erleben. Was heißt ‚Erdung‘ eigentlich? Das Wort hört man ja vor allem in der esoterischen Szene relativ häufig – wenn es dort auch sehr selten in seiner Ganzheit und Konsequenz verstanden, geschweige denn gelebt wird.

Erdung ist ein ‚auf den Boden kommen‘ in vollumfänglichen Sinn. Heißt: Erdung bedeutet nicht nur ganz bei mir, ganz im jetzigen Augenblick und mit allen Sinnen an genau dem Ort zu sein, an dem ich gerade bin. Erdung bedeutet darüber hinaus vor allem, genau da sein zu wollen, wo man gerade ist. Und wer man gerade ist.

„Wenn Du einmal Kummer und Sorgen hast, dann gehe mit offenen Augen durch den Wald. Und in jedem Baum und in jedem Strauch, in jedem Tier und in jeder Blume wird dir die Allmacht Gottes zu Bewusstsein kommen und dir Trost und Kraft geben.“

 

Diesen Rat gab ein (Film-)Vater an seine Tochter 😉 Und er fällt mir immer wieder ein, wenn es um das Thema geht. Mit offenen Sinnen durch den Wald zu gehen kann eine tiefe Zufriedenheit hervorbringen. Aber oft genug sind wir von unserem Alltag, unseren Konflikten, Ängsten und/oder Sehnsüchten so mitgenommen, dass sie auch dann noch an uns zerren, wenn wir uns eine Auszeit nehmen. Und dann laufen wir an den Schönheiten vorbei, die unseren Blick bannen können und uns ins so genannte Hier und Jetzt katapultieren können.

Eine Kamera hilft. Ungemein! Mit der Kamera verschwinden plötzlich Raum und Zeit. Es zählt das Motiv – oder die Suche danach. Ich sagte es schon mal an anderer Stelle und wiederhole mich gerne: Die Kamera wirkt wie eine Spirale der Achtsamkeit. Die Spirale bewegt sich von Außen nach Innen. Übertragen auf unser Bewusstsein heißt das, sie zieht die Gedanken von wo auch immer sie sich im Außen befinden zurück nach innen und konzentriert sie dort auf das Wesentliche. Genau das tut die Kamera. Ich persönlich finde, depressive Menschen sollten aus therapeutischen Gründen eine Kamera und eine Menge Aufgaben im Sinne von ‚Finde die Schönheiten des Alltags an der und der Stelle‘ erhalten.
Aber wir müssen nicht depressiv zu sein, um festzustellen, wie wichtig diese Konzentration auf das Wesentliche ist. Und wir können es praktizieren. Jederzeit. Und letztlich an jedem Ort. Und jetzt überlasse ich Euch gerne der Betrachtung dessen, was der Wald bei Apollmicke und Schmellenberg gestern zu bieten hatte 😉

 


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