Hilfe! Mein Coach ist ein Mensch!

Coach und Coachee sind sich unausgeprochen einig. Der Coach ist ein Mensch, der das, was er anderen beibringt, einwandfrei beherrscht. Richtig?

Falsch! Na ja, zumindest in meinem Bereich ist das falsch. Und mein Bereich ist der Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und Ganzheitlichen Krisenüberwindung. Denn in diesem Bereich gibt es keine Perfektion. Das Wesen Mensch ist nun mal unendlich. Klar, der Körper ist messbar, aber wie messe ich meine Gedanken? Meine Gefühle? Meine Intuition? Meine Verbindungen mit anderen Menschen? Nichts davon ist wirklich messbar. Zumindest nicht nach den Kriterien der Naturwissenschaft.

Wer in diesem Bereich als Coach tätig ist (das betrifft ebenso Therapeuten, Ärzte usw.), muss sich irgendwann mit der Tatsache versöhnen, dass er seinen Klienten kein perfektes Vorbild eines Menschen liefern kann. Und nicht alles weiß. Oder kann. Und das wäre auch nicht zweckdienlich. Das wäre tatsächlich komplett am Ziel vorbei!

Menschliches Leben ist nicht dann perfekt, wenn es ‚perfekt‘ ist. Will heißen: das Ziel kann nicht sein, dass alles plötzlich nur schön ist, dass man nie wieder unangenehme Gefühle oder schwierige Beziehungen hat oder nie wieder krank wird, weil man ja verstanden hat, wie Krankheiten aus ganzheitlicher Sicht entstehen. Nein, es geht darum, diese Dinge ihrer Verurteilung zu befreien! Denn all das gehört zum Mensch-Sein dazu. All das ist Ausdruck von Lebendigkeit. Denn wir leben in einer dualen Welt. Ein Welt zwischen den Polen. Und die Kunst ist es, diese Pole zu integrieren. Weshalb man auch häufig von integralem Coaching spricht. Lebendig bin ich dann, wenn ich alles leben kann. Versuche ich, nur das Schöne zu leben, dann folgt daraus, dass ich das Unschöne unterdrücke. Was viele nicht wissen: lasse ich Trauer nicht zu, kann ich auch Freude nicht zulassen. So funktioniert unsere Welt: wer das eine will, muss das andere lieben.

Ein Coach sollte nicht so tun, als wäre er der Meister über das Gute. Idealerweise zeigt er (oder sie) sich authentisch. Mit Ängsten, mit Problemen, mit Unperfektheiten, mit Ecken, Kanten und Macken. Vielleicht wird es noch ein bisschen dauern, bis sich diese Erkenntnis in der Öffentlichkeit hält. Aber ich tue ab sofort meines dazu.

Ich bin dabei, meine beiden Seiten Blog und Homepage anzunähern und irgendwann zu vereinen. Auf meiner Homepage könnt Ihr Euch über meine Bewusstheits-Werktstatt und meine Arbeit als Coach informieren. Hier, im Blog, geht es darum, wie ich die Dinge, die ich selbst in meinen Ausbildungen und Selbsterfahrungen gelernt und verinnerlicht habe, selber lebe. Dieser ganze Blog ist überhaupt erst durch eine solche Selbsterfahrung entstanden: Das Programm The Call von Veit Lindau im Jahrescoaching Living Master Club. Dieser startet übrigens im Januar wieder neu. Falls Ihr Interesse daran habt, lasst es mich wissen. Es wird aber in jedem Fall zum Ende des Jahres ein paar Infos dazu geben.

Jetzt wünsche ich Euch erst mal eine tolle Restwoche!

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