Human Trust – OPUS 13/2015

Bin ich ein Schüler oder bin ich ein Meister? Was ist der Unterschied? Von Veits Vortrag darüber, ist mir in erster Linie die Lektion hängen geblieben, die sich mir in den letzten Wochen und Monaten langsam offenbart hat und die eine große Bedeutung hat. Vereinfacht gesagt könnte das so klingen:

Wer das eine will, muss das andere lieben.

Ein Schüler hofft, dass er irgendwann ankommt und dann ein für alle Male ‚fertig‘ ist. So sagt es Veit. Ein Meister sei hingegen jemand, der verstanden hat, dass er niemals endgültig ‚fertig‘ sein wird, dass jedes Ankommen auch irgendwann zum Weiterziehen wird. Das jedes Ziel sich als vorrübergehend entpuppen wird, sobald man es erreicht hat. Und der dennoch jeden Tag auf der ‚Übungsmatte‘ erscheint und seine Übungen ausführt, weil er verstanden hat, dass der Weg so viel wichtiger ist, als das Ziel.

Während meiner TT-Ausbildung habe ich mir eine Sitzung bei der wundervollen Hannah Iversen gegönnt. Hannah lebt auf Lesbos (wo die TT-Ausbildung beginnt und endet). Sie kam, soweit ich mich recht erinnere, nach schwerer Krankheit auf die Insel und lernte dort, zu leben. Sie ist eine sehr einfühlsame, weise Frau und meine Sitzung bei ihr war ein tolles Erlebnis. Total unspektakulär, was das Ganze vielleicht ausgemacht hat. Hannah erkannte unter anderem eines bei mir. Sie sagte: Du unterschätzt die Bedeutung von Ritualen. Ich konnte ihr nur zustimmen. Damals war ich noch komplett im Rebellions-Modus und habe eben auch gegen die Dinge rebelliert, die mir eigentlich gut getan hätte. Regelmäßigkeit, Struktur, Disziplin waren die wichtigsten davon. Noch heute höre ich manchmal die Stimme in mir, die Angst hat, von Regelmäßigkeit, Struktur und Disziplin eingesperrt zu sein. Aber ich habe mittlerweile verstanden, dass all das mir überhaupt erst meine ganz eigene Form von Freiheit erlaubt. Weil es mir Energie gibt, weil es mir entspricht.

Von Lesbos kam ich damals mit dem Wunsch nach Hause, die nötige Geduld für wiederkehrende Rituale zu entwickeln. Die TT-Ausbildung, der Living Master Club / Human Trust und ganz ganz ganz besonders mein Hund haben dazu massiv beigetragen. Und, wie treue Leser ja vielleicht wissen, auch dieser Blog.

Dass dieser grade ein bisschen unregelmäßiger läuft als bisher liegt übrigens nicht an mangelnder Disziplin. Da Bewegung ein wichtiger Teil meiner täglichen Disziplin ist, habe ich momentan echt Probleme damit, zu viel Zeit am Rechner zu verbringen und vertage das auf die Stunden, wo ich bewegungs-satt bin. Was selten zu sein scheint 😉 Wie schön!

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