Noch 10 Tage – Arbeit(slosigkeit)

Jetzt kann ich es ja sagen. Ich bin seit exakt 6 Tagen arbeitslos. Während das bei mir noch vor einigen Monaten Panik ausgelöst hätte, habe ich mich auf diese spezielle Arbeitslosigkeit total gefreut.

In den letzten 6 Jahren habe ich das getan, was die meisten machen: einen Job aus Pflicht, um damit Geld zu verdienen, um über die Runden zu kommen. In diesem Job habe ich mich von Tag zu Tag mehr begrenzen lassen, bis am Ende alle meine Werte in einer Box vor sich hin staubten und die Hoffnung auf Wiederbelebung schon aufgegeben hatten.

Versteht mich bitte richtig: ich möchte hier keine Schuldzuweisungen hin und her schleudern. Im Gegenteil: ich habe mich beinah jährlich neu entschieden, diesen Job zu machen. Aus vielen, sehr komplexen Gründen. Freunde, die sahen, wie es mir damit ging, waren irritiert, warum ich immer noch da bin. Ich hatte das Gefühl, ich konnte noch nicht gehen, ich wollte nicht fliehen. Nicht vor dem Negativen, nicht vor mir selbst und vor allem nicht vor den Lektionen, die das Ganze gebracht hat. Heute bin ich froh über diese Entscheidung, denn die vielen, durchaus negativen Erfahrungen, haben einen unendlichen Nutzen. Vor etwas mehr als einem Jahr drehte sich dann das Blatt und es war Zeit für mich, die Weichen in Richtung Aufbruch zu stellen.

In dieser Zeit habe ich tagtäglich geforscht, was Arbeit für mich ist, wie ich arbeiten will, was meine Stärken sind, was ich nicht gut kann oder nicht mehr leben will, meine Werte am Arbeitsplatz. Ich habe mir sogar einen Coach genommen, als es dann konkret um die Jobsuche geht. Das meint nicht, einen Coach, der mir meine Bewerbungsunterlagen optimiert. Ich habe damals ans Lifetrust-Team geschrieben, ob sie in ihrem riesigen Netzwerk jemanden haben, der mich innerlich fit machen kann, der mir hilft, herauszufinden, wohin ich in der Arbeitswelt gehöre, was aus Sicht eines Arbeitgebers meine Stärken sind.

Um ehrlich zu sein war ich zwischenzeitlich so durchdrungen von dem negativen Dunst, dass ich ernsthaft bezweifelt habe, überhaupt irgendwelche Stärken zu haben oder gar für einen Arbeitgeber attraktiv sein könnte! Mein Coach und der Trust haben mich da raus geholt.

Heute wurde im Trust am Mittwoch, der dem Bereich Arbeit gewidmet ist, die Frage gestellt: Wie viel Zeit verbringt Du am Tag mit Tätigkeiten, die Du liebst? Es ist der erste von 52 Impulsen dieses Jahr, die sich mit Arbeit beschäftigen und er hat mich daran erinnert, dass ich jetzt gerade meine Zeit fast ausschließlich mit Tätigkeiten verbringe, die ich liebe.

Ob Ihr’s mir glaubt oder nicht, ich habe totale Freude am Bewerbungsprozess und lerne aus jeder Bewerbung, jedem Gespräch, sogar aus jeder Stellenanzeige mehr über mich. Aber ich finde es auch toll, dass ich Zeit habe für meine Freunde. Wir alle wissen, dass ein Umzug anstehen wird und dass ich wunderbare Menschen werde zurück lassen müssen, also nutzen wir die Zeit, die wir noch haben. Dazu gehört auch die Teamleader-Arbeit für unsere Regionalgruppe, die meine Co-Teamleaderin und ich dieses Jahr intensivieren. Start heute, übrigens! Wie passend! Und genauso wichtig: Kreative Prozesse! Noch bin ich zwar in der Übergangsphase, aber solange ich noch einen Job suche, nutze ich die Zeit. Und ich überlegen an etwas ganz Neuem für mich. Kurz: ich fühle mich überhaupt nicht arbeitslos!

Ich freue mich von Herzen auf meinen neuen Job, auch, wenn ich noch nicht genau weiß, wo er genau sein wird. Ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin und an der richtigen Stelle ankommen werde. Und ich bin bereit für diesen riesigen Umbruch und freue mich darauf, wenn die alten Verkrustungen der letzten 6 Jahre endgültig aufgebrochen sind. Bis dahin tue ich intensiv, was ich liebe. Und auch da ist noch ordentlich Luft nach oben!


Ich schreibe Euch all das, weil ich mich schlichtweg drüber freue. In diesem Jahr gehe ich zum allerersten Mal in ein neues Jahr mit dem Gefühl, dass ich beruflich weiß, wo es hin geht, und sogar schon sehen kann, wie. Zum ersten Mal starte ich in ein Jahr ohne die Frage ‚Was ist meine Berufung?‘ oder ‚Wo will ich hin?‘. 2015 war, was das angeht, eine Offenbarung. Der berufliche Teil ist auf Kurs, geht jetzt seinen Lauf. Zu verdanken habe ich das dem Trust, Intensivkursen wie TheCall, dem super Coaching einer tollen Frau und – nicht zuletzt – mir selbst.

Die Arbeit ist nur einer von acht Lebensbereichen, die im Trust derart intensiv und zielführend bearbeitet werden können. Wenn Du Dir in diesem oder einem anderen Bereich (z.B. Partnerschaft, Gesundheit, innerer Frieden, stressfrei Leben, Freundschaften, Kreativität, soziales Engagement, was Gutes für die Welt tun, was auch immer) ein ähnliches Erfolgserlebnis wünschst, kenne ich keine bessere Möglichkeit, als den Human Trust. Du hast die Möglichkeit, 14 Tage hinein zu schnuppern, ganz ohne Risiko. Und falls es Dir gefällt, kannst Du mit dem Code ‚MelanieK‘ noch 10% sparen. Mach Dir Dein eigenes Bild!

Und für alle, die den ersten OPUS Live-Stream am Montag verpasst haben, hier die Aufzeichnung mit vielen interessanten Tipps und Tricks

OPUS 2016 Kickstart – Treibstoff für ein neues Leben from Life Trust on Vimeo.

14 Gedanken zu “Noch 10 Tage – Arbeit(slosigkeit)

  1. Ich finde die Integrität deines Beitrags sehr beeindruckend. Gedachtes, Geschriebenes und die Wirkung (bei mir) sind so sehr stimmig.
    Wenn es einen Weg gibt, reif und erwachsen mit bestimmten Situationen umzugehen, dann ist es der, den du beschritten und beschrieben hast. Kein Verharren in der Opferrolle. Keine Schuldzuweisungen. Kein ewiges Jammern.
    Annehmen was ist und den eigenen Werten und Stärken vertrauend voranschreiten.
    Der Beitrag liest sich toll. Aufbauend und inspirierend.
    Es bleibt mir nur zu sagen: genieße jeden Schritt auf diesem Weg mit diesem, deinem Bewusstsein. 🙂

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  2. Na dann herzlichen Glückwunsch zur aktuellen Arbeitslosigkeit ^^
    Ist ja auch wirklich was Schönes, wenn man sich auf das besinnt, was einem im Leben wirklich wichtig ist und das in Angriff nimmt. Und darauf kannst du auch wirklich stolz sein!
    Viel Erfolg weiterhin beim Leben neu einrichten, ich bin sicher es zahlt sich aus!

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    1. Danke Nina! Ich habe mal von einem Jobcenter-Leiter den Satz gehört: wenn alle unsere Kunden verstehen würden, was für eine wahnsinnige Chance sie gerade haben, wäre unsere Arbeit um einiges leichter! – Nicht jeder Leiter denkt so, aber ich hab mich total gefreut, dass einige doch so denken. Arbeitslosigkeit ist eine tolle Pause. Ich will deshalb nicht ewig arbeitslos sein, hab auch nen klaren Plan, bis wann ich einen Job haben möchte, aber ich find’s mega-wichtig, solche Pausen konstruktiv zu nutzen. Daraus kann ja so viel geschehen, wovon ein neuer Arbeitsplatz vielleicht ’nur‘ ein Aspekt ist… Jepp, es wird sich auszahlen!

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      1. Ich denke auch, dass Arbeitslosigkeit eine Chance sein kann (und mal wieder werfe ich mit „Durchstarten zum Traumjob“ von Richard Nelson Bolles um mich, das ich für genau solche Phasen so inspirierend finde ^^) leider ist sie hierzulande(n) sehr stigmatisiert, die meisten versuchen einfach so schnell wie möglich wieder einen Job zu finden, nicht nur aus monetären sondern oft leider vor allem aus Selbstwertgründen. Leistungsgesellschaft eben.

        Als ich damals den ungeliebten Job im Kindergarten verloren habe war ich einerseits erleichtert und andererseits endlich motiviert genug, meine „Berufung“ endlich zu finden und anzugehen. Hat etwas länger gedauert, als ich es im Sinn hatte (allzu lange Arbeitslosigkeit würde ich auch nicht empfehlen) aber ich denke ich bin nun endlich so ungefähr da, wo ich hin will. Das wars wert ^^ (und überhaupt dauern solche Dinge bei mir sowieso immer etwas länger).

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      2. Herzlichen Glückwunsch!! Das hört sich echt toll an! Ein anderes geniales Buch ist ‚Finde den Job, der Dich glücklich macht‘ von Angelika Gulder. Mit dem Buch hab ich vor Jahren gearbeitet und es wirkt bis heute noch nach. Mit TheCall hat der Prozess dann noch mal total Fahrt aufgenommen. Ich glaube, wir sind vielleicht nie ganz fertig damit, aber immer ein Stückchen mehr. Und wenn ich Deine Seite so sehe… 😀 Gute Wahl!

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