ichliebedich – Wochen: Das Wort ‚Liebe‘

‚Liebe‘ ist ein Wort, um das ich mich nun viele viele Jahre herum gedrückt habe. Das hat viele Gründe, einige davon sind sogar gut!

Zum einen habe ich erkannt, dass das, was ich als ‚Liebe‘ bezeichnet und empfunden habe, in den seltensten Fällen wirklich auch Liebe war. Ich habe mich verliebt und dachte es sei Liebe. Ich war abhängig und dachte es sei Liebe. Ich habe mich schlecht behandeln lassen und dachte, es sei Liebe. Ich habe gelernt, dass Liebe meistens dann gerade NICHT anwesend ist, wenn von ihr die Rede ist. Bei mir und bei den meisten anderen Menschen auch.

Und das ist dann das Nächste. Das Wort ‚Liebe‘ wird derart inflationär gebraucht, dass es irgendwie seine Bedeutung verloren hat. Das hat mir vor allem die, wie Veit immer so schön sagt, ‚psycho-spirituelle Flachlandszene‘ gezeigt. Zur Abgrenzung: es gibt auch ein reiches ‚psycho-spirituelles Bergpanorama‘. Will heißen, nur weil etwas psycho-spirituell ist, ist es nicht automatisch flach. Wie die Erkenntnisse der Psycho-Spiritualität genutzt werden, liegt schließlich bei jedem Einzelnen. Doch scheinen viele Menschen den ‚Licht- und (da haben wir’s wieder)‘ Liebe‘-Pfad zu wählen. Sie sind Licht und Liebe, und wenn es das Letzte ist, was sie tun. Sie schmeißen mit ‚Liebe‘ um sich, mitunter ohne auch nur einen Hauch davon sich zu tragen. Sie haben das Wort ‚Frieden‘ auf ihre Fahnen geschrieben, befinden sich aber jeden Tag aufs Neue im Krieg – mit sich selbst, den anderen, der Welt. Und haben etwas Entscheidendes vergessen: Liebe liebt ALLES. Nicht nur das Lichtvolle, Schöne, Gute. Man kann mit einer relativ einfachen Frage feststellen, wie weit es mit der eigenen ‚allumfassenden Liebe‘ wirklich bestellt ist:

Wenn ich so richtig wütend bin, hasse, trauere, mich ängstige, mich daneben benehme, voll gegen meine eigenen Werte gehe und Fehler mache, kann ich das a) anerkennen und b) liebe ich mich dann auch noch? 

Liebe trennt nicht, Liebe teilt nicht in Kategorien ein, Liebe wirft keinen Spot auf Auserwähltes, sondern erleuchtet alles. Die meisten ‚Licht- und Liebe‘-Vertreter versuchen nur zu erhellen, was eh schon hell ist. Das ist keine Kunst. Die Kunst ist, in die tiefen, dunklen Höhlen zu gehen und Licht hinein zu tragen. Und das ist letzten Endes eine Lebensaufgabe – nichts, was man abarbeiten kann.

Liebe ist also nicht das, was in uns passiert, wenn die Hormone uns Schmetterlinge in den Bauch zaubern oder unser Herz höher schlagen lassen. Liebe ist letzten Endes eine Lebenseinstellung – und darum letzten Endes nicht an Bedingungen geknüpft. Liebe bezeichnet ein Stück weit die Fähigkeiten zur Annahme des Lebens und der Welt, der Menschen und dessen, was eben tatsächlich IST.

Ich glaube nicht, das ich jederzeit dazu fähig bin, alles zu lieben. Ganz im Gegenteil. Seit einigen Jahren ist mir klar geworden, dass diese wahnsinnige Kraft von einer noch viel wahnsinnigeren Mauern eingeschlossen wird. Das Bild dazu ist eine Art unwahrscheinlich große Lichtkugel (ja, da ist es, aber das ist wirklich das Bild), die ihre Strahlen ausschicken will, aber fast vollständig von einem unermeßlichen Panzer umschlossen ist, so dass es eigentlich eine Art Stahl-Planet ist, dessen Kern aus Licht besteht…. In den letzten Jahren, seit mich dieses Bild begleitet hat, haben sich einzelne Lichtstrahlen Löcher in den Mantel gebohrt, immer mal wieder eins mehr. Lange Zeit glaubte ich auch, es sei meine ‚Freude‘, die dort im Kern schlummert und wartet, endlich frei zu kommen. Und ich habe mich gefragt, was es braucht, um den Panzer endlich aufzulösen.

Die Antwort ist so heimlich, still, leise und so unglaublich unerwartet, ich habe es nicht für möglich gehalten…. Fortsetzung folgt.

 

3 Gedanken zu “ichliebedich – Wochen: Das Wort ‚Liebe‘

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