Loops

Worum geht es an Weihnachten wirklich? Diese Frage beschäftigt vor allem die Film und TV-Industrie ja alle Jahre wieder. Es kommen alljährlich neue Filme auf den Markt, die uns zeigen möchten, worum es an Weihnachten wirklich geht. Ums Geben, das ist üblicherweise die Moral. Und es stimmt, finde ich.

Ebenfalls alle Jahre wieder höre ich Sätze wie diese: ‚Wir schenken uns nichts.‘ Oder: ‚Geschenke sind doch reiner Kommerz!‘ Oder: ‚Immer dieser Stress mit den Geschenken.‘ Oder auch der Weihnachtszeit an sich.

Warum ist mir / und scheinbar vielen vielen anderen Menschen alles aber letztlich doch so wichtig, dass wir es doch immer wieder auf uns nehmen? Weil wir Loops schließen. Loops schließen ist etwas, das ich über den Trust kennengelernt habe. Dahinter steckt die einfach Erkenntnis aus der Neurologie, dass immer, wenn wir uns etwas vornehmen, etwas umsetzen wollen, wir einen Loop öffnen. Unser Gehirn weiß das und wartet darauf, dass es tatsächlich getan wurde. Dann schließt es den Loop wieder. Wir alle kennen dieses Gefühle. Wir sagen dann ‚Das brennt mir noch unter den Nägeln.‘ oder ‚Das sitzt mir im Nacken‘ oder ‚Ich will das aus dem Weg haben‘. Alle diese Sätze passen, denn so fühlt es sich an.

Das Jahresende, und damit Weihnachten, ist DIE Zeit des Jahres, in der Loops nun geschlossen werden. Es liegt in der und unserer Natur, dass wir zyklisch Leben und dass wir dementsprechend Zyklen abschließen und neu beginnen wollen.Die dunkelste Zeit des Jahres (der 21. Dezember hält für uns die längste Nacht bereit), ist dafür eine wunderbare Zeit. In dieser Zeit lassen wir häufig noch mal Revue passieren. Schauen, was uns das Jahr gebracht hat und vielleicht auch, wer wir in diesem Jahr geworden sind. Und auch, welche Menschen uns begleitet und unterstützt haben.

Mein Weihnachten beginnt am 23. 12. mit einem ‚Freundes-Weihnachtsabend‘. Wir machen das schon seit vielen Jahren und auch immer mit Geschenken. Geschenke sind für mich auch eine Möglichkeit, Loops zu schließen. Ich mache mir jedes Jahr eine Liste mit Menschen, die mir wichtig sind, die mir geholfen haben etc. Ihnen etwas zu schenken ist auch ein Danke, eine Anerkennung, ein ‚Du bist mir wichtig‘.

Das gilt auch für die ganze Weihnachtszeit. Mehr denn je habe ich in diesem Jahr gemerkt, dass ich meine Wohnung auch in ein Winterwunderland verwandle, weil ich anderen damit eine Freude machen kann. Aber auch, weil es für mich ein Ritual ist, denn so kann ich die letzten Tage des Jahres zum Stillwerden und Genießen nutzen, um dann zur gegebenen Zeit, das neue Jahr willkommen heißen kann. Ich habe dann eine weiße Leinwand, auf die das neue Jahr sein Bild zaubern kann.

Und: Die Weihnachtsvorbereitungen beginnen früh, denn kaum eine Zeit ist so wichtig für ein gesundes Seelenleben, wie die Zeit um den Jahreswechsel. Also beginne ich, oft ganz unbewusst, mit den Vorbereitungen, wenn die Tage spürbar kürzer werden. In diesem Jahr habe ich mit Jahresrückblicken bereits im Oktober begonnen, denn es war so wahnsinnig viel passiert, das noch verdaut und verarbeitet werden wollte.

Langer Rede kurzer Sinn: diese Zeit ist eine Zeit zum Abschließen des Alten, damit Neues kommen kann. Am Heiligen Abend haben die Raunächte begonnen, die mystische Zeit zwischen den Jahren, die uns hilft, uns vorzubereiten, Klarheit zu gewinnen und neue Wünsche und Ziele für das neue Jahr zu formulieren. Ich wünsche uns allen eine besinnliche Zeit!


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