Erfolgsstruktur – oder: Anleitung zum Selbstmanagement

In der psychospirituellen Szene heißt es oft: „Verwirkliche dich selbst. Mach dein Ding“. Dies wird in einem Tonfall gesagt, als wäre die ganze Sache ein einziger Riesenspaß und das Universum ein Selbstbedienungsladen. Diese Erwartung sorgt oft für Ent-Täuschung und Frustration.

Dein Selbst zu verwirklichen, gibt nicht deinem Ego, was es will, sondern dir, was du wirklich brauchst.

Ja, langfristig sollte auf diesem Weg jene stille Freude des Nachhausekommens immer öfter und stärker präsent sein. Doch kurzfristig wirst du immer wieder einen Preis zahlen müssen, den die auf den Zuschauerrängen nicht abdrücken müssen.
Du wirst eher aufstehen. Du wirst manchmal auf deine Lieblingsserie verzichten. Du wirst dein Rechthaben loslassen und Schmerz nüchtern fühlen lernen. Du wirst vor Niederlagen nicht mehr wegrennen, sondern in ihrem Feuer stehenbleiben. Du wirst eine Menge Spielereien opfern, um dich an einer Stelle richtig hinzugeben. Du wirst manchmal sehr einsam sein, weil das Leben von dir wissen will, ob du etwas nur der Anerkennung halber oder der Sache wegen tust.

Wenn sich der Erfolg einstellt, wirst du mit Neid konfrontiert sein und mit der Angst, ihn wieder zu verlieren.
Deine körperlichen, emotionalen und geistigen Muskeln werden brennen, weil du wieder und wieder die Grenze dessen überschreitest, was du glaubtest, meistern zu können.

Vielleicht fragst du dich, warum du dich für diesen Trip freiwillig melden solltest?
Gute Frage. Beim Erfolg geht es nicht darum, dein Ego zu mästen, das leidet jetzt schon an Bulimie.
Es geht darum, den heiligen Gral zu finden und das bist DU – in deiner schönsten und freiesten Version.

Urheber: Veit Lindau / Human Trust – Tagesimpuls Erfolg vom 27. Februar 2017

Normalerweise gebe ich ja keine Inhalte aus den Kursen preis. Wie ich schon mal erklärt habe, hat das was mit Respekt vor der Arbeit der anderen zu tun. In diesem Fall mache ich eine Ausnahme, weil es zum heutigen Post so gut passt. Viele von uns unterliegen der Idee, dass wir uns nur ausreichend befreien müssten und den richtigen Wunsch formulieren müssten, dann käme alles von selbst. Im Kern stimmt das, meiner Meinung nach. Je klarer ich bin, desto klarer ist meine Ausstrahlung, desto klarer reagieren Menschen mit ähnlichen Inhalten, desto eher erkenne ich die Chancen etc. ALLERDINGS heißt das nicht, dass ich deshalb nichts mehr tun muss und die Hände in den Schoß legen darf und nur abwarten muss. Jeder Erfolgsbiographie dieser Welt zeigt: Erfolg hat was mit Einsatz zu tun. Im TBE lernt man deshalb, sich eine ‚Erfolgsdisziplin‘ zuzulegen. Dabei geht es darum, bestimme Dinge, die regelmäßig getan werden müssen, so einzuüben, dass sie in Fleisch und Blut übergehen und allein deshalb schon keine Anstrengung mehr darstellen. NLP-mäßig betrachtet, komme ich mit dem Wort Disziplin nicht so gut klar, also heißt das Ding bei mir ‚Erfolgsstruktur‘. Struktur mag ich.

Wie kommt man an so eine Erfolgsstruktur? Da ich selbst gerade an einem Neuanfang stehe und mich am Ende einer ziemlich strukturlosen Erholungszeit befinde, habe ich mich selbst gerade heute wieder hingesetzt, und mir meine Erfolgsstruktur wieder zusammen gebastelt. Meine liebe Freundin ‚Blumenkind‘ hat sofort nachgefragt, ob ich das mit ihr teilen würde. Das lief parallel mit meiner Idee, meine Erfahrungen mal in eine Anleitung zu stecken. Also denn, so kann es gehen:

Schritt 1
Schreibe zunächst in groben Kategorien auf, welche Dinge in Deinem Alltag ‚von selbst‘ laufen sollten. Was muss tagtäglich oder in regelmäßigen Abständen getan werden? Was sollte Routine werden? In meinem Fall waren die Kategorien zum Beispiel ‚Organisation des Alltags‘ oder ‚Finanzen‘ oder auch ‚Kreatives‘. Hier geht es darum, was soll alles in Deinem Alltag Platz finden? Wo willst Du alltäglich einen kleinen Schritt auf ein Ziel hin machen? Wer beispielsweise gerne ein Buch schreiben möchte, hat dann eine Kategorie ‚Buch schreiben‘ etc.

Schritt 2
Nachdem die Kategorien soweit feststehen, geht es um die genaueren Tätigkeiten. Unter ‚Alltagsorganisation‘ fällt bei mir beispielsweise sowas wie ‚regelmäßige und ausreichende Wasserzufuhr‘, die bei mir tagtäglich 2 bis 3 Liter Wasser betragen soll. Ich organisiere das, in dem ich jeden Abend für den nächsten Tag 3 Flaschen Wasser à 1l abfülle. Zwei davon gehen mit zur Arbeit, eine sollte außerhalb der Arbeitszeit ausgetrunken werden. Oder auch das Thema ‚Frühstück‘. Ich finde es wichtig, morgens richtig satt zur Arbeit zu gehen, damit ich nicht zwischendurch Heißhunger kriege oder zu früh ein Loch im Bauch. Organisiert wird das, indem ich ein bis zwei mal in der Woche einen großen Topf Kartoffeln koche, die ich morgens zum Beispiel mit Baked Beans oder einem Spiegel ein und etwas Obst essen kann. Das geht schnell und ist trotzdem reichlich und damit gut vorbereitet. Ebenfalls jeden Abend bereite ich mein Mittagessen für den nächsten Tag zum Mitnehmen vor. Und unter ‚Haushalt‘ finde ich dann die allabendliche Übung ‚blanke Spüle‘. Ich habe das schon vor Jahren angefangen und festgestellt, die fünf Minuten am Abend, die ich dafür sorge, dass die Spüle blank und frei ist, sorgt für mehr Ordnung und Sauberkeit im ganzen Haus. ich habe die Übung beispielsweise schon weiter entwickelt und bei mir heißt es jetzt ‚blanke Wohnung‘. In die alltäglichen Aufgaben gehören außerdem auch 30 Minten täglich kreativ sein und 2 Stunden Bewegung mit Hund. Es geht hier also darum, im Detail alle Aufgaben aufzulisten, die ich jeden Tag tatsächlich zu erledigen habe. Und alle Aufgaben die in regelmäßigen Abständen zu erledigen sind oder die ich fest in meinen Alltag implementieren möchte. Wenn ich also ein neues Ziel habe, gehört die Zeit, die ich jeden Tag dafür einsetzen will (5; 10, 30, 120 Minuten, egal) auch hier hin. Wenn es Dinge gibt, die zu kurz kommen, wie Zeit für mich selbst oder Zeit mit der Familie oder mit Freunden oder oder oder, auch das gehört hier rein. In diesem Schritt wird also alles erfasst, das irgendwie einen festen, regelmäßigen Platz im Alltag hat oder bekommen soll.

Schritt 3
Die Sammlung aller regelmäßigen Tätigkeiten ist jetzt vollständig. Nun geht es darum, sie entsprechend ihrer Regelmäßigkeit einzuordnen, beispielsweise in

  • täglich
  • wöchentlich
  • monatlich
  • im Quartal
  • jährlich

Am Ende diesen Schrittes solltest Du eine klare Übersicht haben, über Handlungen, die jeden Tag, etwa zur selben Zeit, auszuüben sind. Tätigkeiten, die sich jede Woche, jeden Monat, in jedem Quartal oder einmal im Jahr wieder holen. Eine täglich Handlung ist bei mir in Sachen ‚Finanzen‘ beispielsweise, jeden Abend mein Kleingeld in mein Sparschwein zu leeren, bevor meine Geldbörse im Rahmen von ‚blanke Wohnung‘ an ihren Platz kommt. Eine wöchentliche Handlung ist eine Grundreinigung der Wohnung oder, im Bereich ‚Kreatives‘ ein kleines Projekt. Monatlich möchte ich ein größeres Projekt hinbekommen und meine private Buchhaltung machen und einmal im Monat möchte ich shoppen gehen, da ich für meinen Job mehr Klamotten brauche 😉

Schritt 4
Vermutlich wirkt das Ganze jetzt ziemlich viel und ein Teil in Dir brüllt: das schaffe ich ja niemals jeden Tag! Darum macht es Sinn, sich die vermutlich benötigten Zeiten aufzuschreiben, idealerweise IMMER mit einem Puffer von 10% – das erspart eine Menge Stress und Hetze. Ich habe zu meinen täglichen Handlungen auch meine Arbeitszeit hingerechnet und bin, mit wirklich allem, was ansteht, inkl. 2 Stunden Spaziergang mit Hund und 30 Minten für Herzensprojekte jeden Morgen sowie 8 Stunden Schlaf auf 21 Stunden und 45 Minuten gekommen. Überall habe ich großzügig gerechnet, so dass im Normallfall weniger Zeit benötigt wird, ich also Pausen habe. Im günstigsten Fall habe ich viel zu viel Zeit veranschlagt und habe noch was übrig, das dann ganz beruhigt nach Gutdünken genutzt werden kann. Im ungünstigen Fall komme ich gerade so hin.

Schritt 5
Nun gibt es also verschiedene Listen, idealerweise chronolgisch geordnet und mehr als realistisch berechnet. Der letzte Schritt ist optional, kann aber sehr wichtig sein. Das Ganze in eine Form bringen. Zum Beispiel kann man sich ein schönes Bild basteln, auf dem die täglichen Handlungen aufgelistet sind, und sich dieses Bild dann an eine strategisch günstige Stelle hängen, so dass man jeden Morgen kurz schauen kann, was zu tun ist, und abends kurz abgleichen, ob alles geschafft ist. Nicht vergessen, es ist ein Training, bei dem es darum geht, die Handlungen in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, sie also automatisch zu machen, ohne groß darüber nachzudenken. Das dauert eine Weile, aber spätestens, wenn man die Liste nicht mehr konsultieren muss und trotzdem alles klappt, hat mans drin. Für die wöchentlichen, monatlichen etc. auftretenden Tätigkeiten, macht es Sinn, sich einen Jahresplaner anzuschaffen oder sie in den Kalender zu schreiben.

Noch ein Tipp zum Schluss
Diese fünf Schritte sind sehr umfassend und regeln den Alltag ziemlich komplett. Das muss natürlich nicht sein. Man kann das auch mit deutlich weniger Handlungen machen. Meine Planung umfasst derzeit beispielsweise auch regelmäßige Tätigkeiten, die ich mir schon längst angewöhnt habe, die ich aber der Vollständigkeit halber dazu genommen habe – auch, um mir über die benötigte Zeit im Klaren zu sein. Das muss natürlich nicht sein. Wer ein Buch schreiben will und sich dafür Zeit im Alltag schaffen will, braucht beispielsweise nur Handlungen aufnehmen, die derzeit Zeit fressen und damit verbessert werden können, und die zum neuen Projekt beitragen, wie 30 Minuten jeden Morgen zu schreiben.
Dieses ‚Trainingsprogramm‘ ist vergleichbar mit dem Erwerb einer Sprache. Man muss erst mal anfangen und aller Anfang ist erst mal verhältnismäßig schwer. Vokabeln und Grammatikregeln pauken steht an. Wenn die ersten Vokabeln und Regeln ’sitzen‘, kommen mehr dazu, man vertieft sein Wissen, oder so laufen Neuerwerb und ‚in Fleisch und Blut übergehen des bereits Gelernten‘ eine Weile parallel. Irgendwann kann man brilliant parlieren, ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Die Sprache fließt und bedeutet keine Anstrengung mehr. Das ist das Ziel des Ganzen. Am Anfang wirkt es noch anstrengend und vielleicht auch ‚zu viel‘. Aber irgendwann merkt man, dass es ‚läuft‘ und dass es außerdem viel mehr Zeit und Energie spart als kostet.

Allen, die es ausprobieren wollen, viel Spaß damit! Freue mich gerne über Rückmeldungen, Erfahrungsberichte, Feedback und Kommentare von Euch!

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