Zuckererbsen und Amish

Oje, ich hab wirklich lange nichts von mir hören lassen… Ich glaube, ich hatte / habe einen Internet-Overkill, den ich mit ganz viel Spaß entgegen arbeite. Unter anderem mit meinem (Winter-)Garten, für den ich mega-dankbar bin.

Kennt jemand von Euch ‚For Richer or for Poorer‘ (deutsch: ‚Zum Teufel mit den Millionen‘) mit Tim Allen und Kirsty Alley? Nein? Ich finde, für alle, die das Landleben lieben, ist dieser Film ein Muss. Er ist schon etwas älter, gehört aber zu meinen All-Time-Favorites. Es ist eine Komödie, Tim Allen und Kirsty Alley sind ein Vorzeige-Ehepaar der reichen New Yorker Society, die eine Lüge leben. Das Ganze fliegt auf, als Sexton’s (Tim Allen) Geschäftspartner ihn verrät und er dadurch plötzlich in eine wilde Verfolgungsjagd mit der Steuerfahndung verwickelt ist, in deren Verlauf er zufällig seine Frau aufgabelt, die soeben den Scheidungskrieg ausgerufen hat. Sie flüchten aus der Stadt und landen – bei den Amish. Nun ist mir klar, dass das Leben der Amish mit Sicherheit nicht so romantisch ist, wie es im Film dargestellt wird. Und ich würde nicht auf Strom und fließendes Wasser verzichten wollen. Aber dieses Bild von Landleben, von Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und dieser Rückverbindung zu dem, wo Leben her kommt, hat mich vom ersten Gucken an total berührt und seither nicht losgelassen. Vom Film verrate ich nicht mehr. Ich finde, man darf ihn gesehen habe. Es ist eine herrliche Unterhaltung für einen verregneten Sommerabend.

Aber die Landliebe bleibt auch, wenn der Film zu Ende geht. Im Film gibt es eine Szene, an die ich heute denken muss. Sexton steht am Ende des Films mit dem Familienoberhaupt Samuel in einem Maisfeld. Die Saat ist gerade aufgegangen und er staunt über dieses kleine Wunder der Natur. Er verleiht dem Ausdruck, was für ein Wunder es doch ist, ein Korn in die Erde zu legen und ein paar Monate später die Ernte einzufahren. So geht es mir momentan fast täglich. Im Übergang vom Winter zum Frühjahr hat mich das Anzuchtfieber gepackt und ich habe, wie ich ja mal kurz habe durchblicken lassen, so ziemlich alle verfügbaren Flächen voll gestellt. Ich habe alleine sechs Sorten Tomaten vorgezogen, Paprika, eine Snack-Gurke, Unmengen von dem leckersten Salat meines Lebens, Rosenkohl und so weiter. Draußen bei uns im Garten stehen neben den Tomaten und dem Rosenkohl meinerseits noch Zuckererbsen und Erdbeeren. Meine Vermieter haben Radieschen, Kohlrabi, Rotkohl, Buschbohnen, Möhren und Lollo Rosse gepflanzt. Mein Wintergarten ist voll mit essbaren Blüten, Wildkräutersalat, einer Chili, einem Granatapfel, immer noch Vorrat an Salat, der immer dann raus kommt, wenn ein anderer Kopf geerntet wird, Balkontomaten, einer Litschi-Tomate (aus reiner Neugier), Kapuzinerkresse, einer Aubergine und ner leckeren Gurkenpflanze. Und den Großteil davon habe ich gesät und in jeder Phase des Wachstums begleitet. Ich kann täglich mehrmals an meinen Pflanzen vorbei gehen, sie eingehend betrachten und mich wahnsinnig freuen. Wer keine Garten hat, hält mich vermutlich für bescheuert, aber alle, die irgendwann mal angefangen haben zu gärtnern, werden genau wissen, was ich meine. Einer meiner Lebensträume ist es, Selbstversorger zu sein. Ich wünschte, ich wüsste bereits so viel über Permakultur, dass ich sie schon umsetzen könnte, aber vermutlich braucht das noch ein bisschen. Bis dahin lerne ich weiter und freue mich über jedes Millimeterchen Wachstum.


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Im Bild seht Ihr meine erste Zuckererbsen-Ernte, die mich völlig überrascht hat. Zuckererbsen, oder Zuckerschoten, gehören zu meinen absoluten Lieblingsgemüsen, die ich immer essen kann – die aber im Einkauf auch nicht gerade günstig sind. Ich habe die Schoten scheinbar tagelang übersehen und im Grunde zufällig unter dem Grün entdeckt, dass ich an den Stöcken, die ich im Wald gesammelt habe, hoch rankt. Die sind so zart und süß, dass ich sie so wegsnacken könnte. Und so ist endlich mal wieder ein hoch motiviertes Bild entstanden, das meine stolze Ernte zeigt. Wer keine Garten hat, hält mich vermutlich für bescheuert, aber alle, die irgendwann mal angefangen haben zu gärtnern, werden genau wissen, was ich meine.

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