Winter im Dollenbruch – (Hunde-)Wandern im südlichen Sauerland

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Wenn jemand von Sauerland spricht, dann meint er meistens das Hochsauerland – also die Gegend um Winterberg und Schmallenberg. Hier schlägt das Herz des Sauerland Tourismus und diese Landschaft ist jedem ein Begriff. Man kommt gerne hierher. Wandern, Skilaufen, Natur und auch so einiges an Feierbereitschaft ist hier zu finden. Das südliche Sauerland wird dabei gerne übersehen. Dabei hat auch dieses viel Schönes zu bieten. Vor allem diejenigen, die Ruhe und Erholung suchen, sind hier bestens bedient. Es gibt Wanderwege ohne Ende. Ein Leben reicht vermutlich nicht aus, um sie alle mal gegangen zu sein.

 

Der Dollenbruch

Eines der interessantesten Gebiete, meiner persönlichen Meinung nach, ist der Dollenbruch. Es ist ein Quellgebiet an der Grenze zwischen Sauerland und Siegerland und befindet sich zwischen den Ortschaften Brachthausen, Silberg und der Stadt Hilchenbach. Was hier besonders ist, ist die Vielfalt. Der Sauerland ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges, liegt also im Mittelgebirge. Außerdem wird hier geforstet; Holz ist hier ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Entsprechend ist die Vegetation außerhalb der Ortschaften und Städte in erster Linie von Fichten- und in den tieferen Lagen von Buchenwäldern geprägt. Im Dollenbruch sieht das anders aus. Vielleicht ist es die Mischung aus Quellgebiet und dem Übergang zwischen Tal- und mittlerer Höhenlage. Hier findet sich jedenfalls eine größere Vielfalt in den Baumbeständen. Zwar gibt es auch hier Fichten und Buchen, aber eben auch Eichen, Erlen, Linden, Birken. Alleine das sorgt schon für eine wunderschöne Szenerie, zumal sich in diesem Gebiet auch Weidelandschaften befinden. Das Gebiet ist zu jeder Tageszeit schön, aber vor allem im Winter lassen sich hier herrliche Sonnenuntergänge bewundern. Hier ein paar Impressionen von einem perfekten Wintertag.

Auch Kulturinteressierten dürfte das Gebiet gefallen. Das südliche Sauerland, das an das Siegerland grenzt, hat eine lange Bergbaugeschichte, über die auch das Heimatmuseum im Kulturgut Schrabben Hof in Silberg informiert. Aber auch innerhalb des Dollenbruchs finden sich Zeugen der Industriekultur der Region. Wer möchte, kann sogar einen entsprechenden Themenweg gehen. Im Rahmen der Eisenstraße Südwestfalen wurde ein Podcast erstellt, der herunter geladen werden kann.

Seit dem Sommer 2017 führt auch der Rothaarsteig-Zubringer von Hilchenbach-Müsen über Brachthausen und Heinsberg zur Ferndorfquelle oberhalb von Hilchenbach-Helberhausen. Wer dem Zubringer folgt, wandert unter anderem auf den Wegen A4 und A7 durch den Dollenbruch. Weitere Infos dazu sind hier zu finden. Aber auch unabhängig vom Rothaarsteig gibt es durch das ganze Gebiet des Dollenbruchs eine Vielzahl von Wanderwegen. Von einer lockeren Wanderung von etwa 1,5 Stunden (A2) bis weit über 3 Stunden ist hier alles möglich. Kurz: ein schöner Tagesausflug. Und da der Dollenbruch außerdem ein Naherholungsgebiet für die Einwohner der Ortschaften ist, trifft man auch Einheimische.

Die Anforderungen an den Wanderer sind hier moderat. Im Talbereich sind die Steigungen gering bis nicht vorhanden. Die Wege sind breit, gut ausgebaut und auch gut ausgeschildert. Da sich hier einige mietbare Ferienhäuser sowie eine SGV-Hütte befinden, ist das Gebiet gut erschlossen und gepflegt. Im Winter können die Wege glatt werden. Wer sicher sein will, sollte sich Spikes unter die Wanderschuhe schnallen. In Richtung Brachthausen und Hilchenbach bzw. Müsen ist dann mit größeren Steigungen zu rechnen, die ein bisschen mehr Kondition verlangen.

 

Hundewandern im Dollenbruch

Hundewandern macht hier großen Spaß. Zum einen trifft man auch andere Hundebesitzer, was ich persönlich sehr gerne mag. Hunde haben hier sehr viel zu schnuppern und zu entdecken. Wichtig ist nur zu wissen, dass es sich hier in Teilen um Naturschutzgebiete handelt, in denen Hunde an der Leine geführt werden müssen. Grundsätzlich macht es im Sauerland aufgrund des sehr hohen Wildvorkommens Sinn, Hunde mit Jagdtrieb an der Schleppleine zu halten, aber vorgeschrieben ist es außerhalb der Naturschutzgebiete nicht. In Silberg und auch oberhalb von Brachthausen gibt es Wildtiergehege. Es kann also schon mal passieren, dass einem halbwegs zahme Rehe oder Damwildtiere begegnen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das problematischer sein kann, als komplett wilde Tiere zu treffen. Mein Hund läuft immer an der Schleppleine, sicher ist sicher. Es gibt keine Hundekottüten-Stationen, weshalb man immer ein paar dabei haben sollte. Es gibt allerdings immer genug Wasser. Was im Winter nicht so von Bedeutung ist, ist im Sommer gut zu wissen.

 

Orientierung

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Der Dollenbruch ist von vier Wanderparkplätzen aus zugänglich. Der zentralste und vielleicht schönste ist der Wanderparkplatz Wigrow, mitten im Gebiet. Hier, wie an allen anderen Wanderparkplätzen, informiert eine große Karte über die vielfältigen Möglichkeiten der Tourenplanung. Ich fotografiere mir die Karten gerne ab, denn mit Netzempfang ist hier nicht zu rechnen. Nicht weit vom Wanderparkplatz Wigrow befindet sich die Wigrow selbst – eine Schutzhütte mit überdachtem Grillplatz und großen Wiesenflächen mitten im Wald, die von jedermann zu Rast und Spiel ohne Anmeldung genutzt werden darf. Wer grillen will, muss sich allerdings anmelden. Im Sommer ist hier viel los. Auch Zeltlager werden hier gerne veranstaltet. Die Wigrow ist ein guter Ort für ein Picknick, denn im Dollenbruch selbst gibt es keine gastronomischen Angebote.

Anreise
A 45 Abfahrt Olpe, B 55 Richtung Lennestadt – Altenhundem
B 55 bis Kirchhundem
L 728  Richtung Hilchenbach bis zum Wanderparkplatz Vorspanneiche
Hilchenbach: L728 Richtung Kirchhundem

Öffentliche Verkehrsmittel
Bus R 92  Lennestadt-Altenhundem – Hilchenbach, Haltepunkt: Brachthausen
Vorspanneiche

Parken
Wanderparkplatz Vorspanneiche, Wanderparkplatz Wigrow (über Müsen), Wanderparkplatz Dollenbruch (von Silberg Richtung Brachthausen)

 

Fazit und Einkehrempfehlung

Für Gäste und Besucher des südlichen Sauerlandes ist der Dollenbruch in jedem Fall eine Empfehlung für einen schönen Tagesausflug oder auch für den Einstieg in den Rothaarsteig von Hilchenbach aus. Die Anfahrt lohnt sich von Olpe, Attendorn, Lennestadt, Kirchhundem, Hilchenbach und Kreuztal in jedem Fall. Meine persönliche Empfehlung für eine wirklich schöne Einkehr ist übrigens die Hahnenquelle am Rhein-Weser-Turm. Ein moderner Gastronomiebetrieb im besten Sinne des Wortes: richtig gutes Essen, super freundliche Besitzer und in jedem Fall hundefreundlich! Hier lässt sich ein schöner Wandertag perfekt ausklingen. Die Anfahrt lohnt sich!

 

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